Zwi Rappoport,
Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.o.R.
Liebe Gemeindemitglieder,
Liebe Freunde,
unsere Religion besitzt ein ausgeprägtes rituelles Gedächtnis. Jedes Jahr erinnern wir zu unseren Feiertagen an historische Ereignisse, die das Schicksal unseres Volkes bestimmt haben.
Bald begehen wir das Lichterfest Chanukka, das an ein Wunder erinnert, das wir gerade in unserer Zeit nachempfinden können: Ein Ölvorrat, der eigentlich nur für einen Tag ausgereicht hätte, hat auf wundersame Weise acht Tage lang den Tempel hell erleuchtet, bis neues Öl hergestellt werden konnte.
Welch eine Parallele zu unseren heutigen Sorgen und Nöten!
Auch heute sind unsere Öl- und Gasvorräte knapp bemessen, und jeder fragt sich besorgt:
Wie lange werden unsere Energiereserven noch reichen oder werden bald die Lichter ausgehen?
An Chanukka feiern wir auch den Sieg der Makkabäer über die hellenistische Übermacht.
Gibt es da etwa noch eine Parallele zu heute? Das wird erst die Zukunft zeigen…
Das Chanukkafest lehrt uns, nicht zu verzweifeln, auch wenn die Lage scheinbar aussichtslos ist. Lasst uns daher trotz der herausfordernden Krisen, die uns belasten, auch in diesem Jahr fröhlich feiern und Licht in eine dunkle Zeit bringen.
Wir freuen uns auch in diesem Jahr zu Chanukka auf ein schön erleuchtetes Dortmunder U – siehe Titelbild -, das hoffentlich nicht den Energiesparmaßnahmen zum Opfer fallen wird.
Ich wünsche Ihnen allen
Chanukka Sameach
